Im April lud die italienische Agentur für Aussenhandel zusammen mit dem Dachverband des italienischen Fischereiverbandes Federpesca ins „The Dolder Grand“ in Zürich ein. Der Botschafter des italienischen Fisches ist Spitzenkoch Antonio Colaianni. Und wir durften die Fischspezialitäten degustieren.

Es war effektiv das erste Mal, dass ich im Dolder war. Als ich den Ballsall betreten habe, sah ich als erstes einen grossen Tisch, auf dem diverse Meerestiere ausgestellt waren. Da musste ich mich im ersten Moment schon etwas überwinden, näher ranzutreten. Das hat auch einen Grund…

In Polen ist es Tradition, dass man zu Weihnachten einen Karpfen isst. Ich allerdings konnte den nicht essen, als dieser bereits so zwei Tage vor Weihnachten in unserer Badewanne war. Lebendig. Also bei den Grosseltern in Polen, nicht in der Schweiz. Zudem war mein Opa Hobbyfischer und kam permanent mit Fischen aus dem See und mit Aalen an, die dann geräuchert wurden. Er wollte mir auch das Fischen beibringen, aber ich konnte das nicht. Ein Mal war ein Fisch an der Angel und ich musste weinen.
Inzwischen esse ich wenig Fleisch und Fisch, am liebsten regionale Produkte. So sehe ich auch ein, dass mein Opa wunderbar nachhaltig gehandelt hat. Es wurde nur das gefischt, was gegessen wurde. Deshalb habe ich mich entschieden, wenig Fleisch und Fisch zu essen, dafür bewusster zu konsumieren. Fleischliebhaber war ich eh nie – mit Steaks kann man mich jagen. Wenn es somit Fisch gibt, bevorzuge ich diesen. Als Person mit ständigem Vitaminmangel habe ich mich dagegen entschieden, auf tierische Produkte zu verzichten. Aber wo immer möglich setze ich auf Qualität statt auf Quantität.

Fisch von höchster Qualität aus Italien

Der Fisch, welcher uns im Dolder vorgestellt wurde, ist nicht direkt aus dem Zürichsee, sondern aus Italien. Bei der Vorstellung wurde uns allerdings aufgezeigt, wie nachhaltige Fischzucht funktioniert. Das Stichwort liegt auf „Nachhaltig“, was hier auch glaubwürdig dargestellt wurde. Unter anderem auch, da der Botschafter des italienischen Fisches/Seafoods der Spitzenkoch „Antonio Colaianni“ ist – Koch vom Restaurant Gustav (früher Mesa & Clouds). Als Italiener lobt er die Qualität und die kurzen Transportwege. Also dann kann man ja auch fast schon „regional“ sagen. Der Dachverband Federpesca setzt sich insbesondere dafür ein, dass die Meeresressourcen besser bewirtschaftet werden, und somit tragen sie zu mehr Nachhaltigkeit bei. Hierbei wird die Strategie von „-> Blue Growth verfolgt.

Colaianni hat zusammen mit Executive Sous Chef vom Dolder Grand an diesem Abend feine Seafood-Leckereien zubereitet, wie zB Zuppa di orata (Goldbrassen Suppe), Cozze all‘ erbe (Miesmuscheln mit Kräutern) oder Spigola (Seebarsch). Alles wunderschön hergerichtet, alles total unterschiedlich. So wie auch die italienische Fischküche von Nord bis Süd sehr stark variiert.

Vorgestellt haben sich auch die drei Fischunternehmen Delfino, Marevivo und Rosso di Mazara. Von ihnen kam auch der Fisch, welcher uns serviert wurde. Die passenden Weine wurden von Corellato geliefert. Da hat mir einer besonders geschmeckt. Aber da muss Cinzia von Flyinghousewive mir nochmals sagen, wie der heisst. Sie hat da eine Bezeichnung im Raketentempo gesagt (und meinte, dass Italiener es noch schneller sagen könnten…).

Für den Import ist das -> Schweizer Unternehmen Dörig Fischhandel zuständig. Wer also frischen Fisch von bester Qualität erhalten möchte, sollte da mal vorbeischauen. Auf der Seite findet ihr auch -> Kochkurse und Rezepte.

Mein Wunsch an euch: Konsumiert weniger Billig-Fleisch (auch in Deutschland ist zB Massentierhaltung leider immer noch traurige Wahrheit) und Billig-Fisch. Ich predige keinen Verzicht, aber ich appelliere an mehr Bewusstsein: Setzt mehr auf Qualität und Nachhaltigkeit. Und noch ein Wunsch: Verzichtet auf Foodwaste. Danke <3

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