Ebru Marmorierung Workshop - auch für Kinder geeignet

Türkei Tourismus

Einladung von Türkei Tourismus

Ende 2015 wurde ich von Türkei Tourismus zu dem Workshop „Ebru Marmorierung“ eingeladen – Kinder waren implizit erwünscht. So kurz vor Weihnachten war es etwas knapp mit meiner Zeit, zudem war mein Plan, mehr mit meinem Sohn zu unternehmen. Was für eine fantastische Gelegenheit das also doch war, mit dem Kleinen zusammen was zu machen. Und wie gastfreundlich von Türkei Tourismus, auch an die Kinder zu denken.
Natürlich war Söhnchen Feuer und Flamme und hat schnell ein paar neue Freundinnen gefunden (die Damen von Türkei Tourismus & Ebru sowie Adi & Valeria von Littlecity, die er schon kannte). Er ist mit seinen 6 Jahren so ein Charmeur, unglaublich. Der kleine Herzensbrecher war dann so engagiert dabei. Nicht nur beim flirten, sondern auch bei der Herstellung der Bilder. Seine Faszination hat auch noch mehrere Tage nach dem Workshop angehalten. Noch bis heute erzählt er von seinen Kunst-Erfahrungen.

Ebru-Marmorier-Technik

Eine Dame names Ebru hat uns die Ebru-Technik gezeigt. Ebru ist eine türkische Kunst, die es schon etwa seit dem 1500 Jahrhundert gibt. Vereinfacht gesagt bedeutet Ebru „Malen auf dem Wasser“.
Ebru (die Frau) hatte für uns drei Schalen mit einer speziellen Mischung aus Wasser und anderen „Zutaten“ vorbereitet – diese Mischung hat dazu geführt, dass auf der Oberfläche eine Schicht war, die die Farben nicht hat absinken lassen. Diese wurden in einem weiteren Schritt aufgetragen bzw. mit einem Pinsel auf die Oberfläche gespritzt. Nach und nach konnte man dann weitere Farben verwenden, Muster gestalten oder mit einem Kamm durch die Farben ziehen. Das Ergebnis waren Blumen oder Muster. War das Ergebnis so wie gewünscht, wurde ein Blatt auf die Oberfläche gelegt und dann so rausgezogen, dass die Flüssigkeit am Wannenrand abgestreift wurde.
Söhnchen hat das bei einem Bild vergessen: Das war der Grund, weshalb das Bild dann sehr lange nass blieb.

Ebru Bilder als Geschenk

Am Workshop wurden wir verköstigt mit wunderbaren türkischen Speisen – es war ein sehr sympathischer Abend und hat uns sehr viel Freude bereitet. Der Kleine war mächtig stolz auf seine Kunstwerke. Die Bilder durften wir mit nach Hause nehmen: Das waren wunderbare Weihnachtsgeschenke für die Familie. Sie werden dann bei Oma und Uroma hoffentlich einen Ehrenplatz bekommen – zumindest hat es sich so angehört.
Weiter gab es die Möglichkeit, Weihnachtskarten zu gestalten. Eine grosse Stanzmaschine hat Weihnachtsbäume oder Vögel ermöglicht. Das Resultat könnt ihr auf den Bildern sehen.

Ebru hat uns dann ebenfalls noch ein wunderschönes Bild mit einem Pastellmuster geschenkt. Sie hat übrigens auch schon eigene Stoffe produziert und damit Kleidung genäht. Wie das aussieht, seht ihr zum Beispiel auf dem obersten Bild. Vielleicht gibt es ja bald eine Ebru-Fashion-Collection 🙂

Schaut euch doch einfach das Video an, welches ich gemacht habe (oben). Weiter unten findet ihr ein weiteres Video, welches mich fasziniert hat.

Wer auch Interesse an so einem Workshop hat, kann mal auf der Homepage von Ebru vorbeischauen.

Diesen Post wollte ich eigentlich schon letzte Woche posten. Doch fand ich es in dem Moment nicht passend, nachdem kurz vorher das Attentat in Istanbul verübt wurde.
Tatsache ist, dass man heute nirgendwo mehr sicher sein kann vor solchen Taten. Auch nicht in London oder Madrid.
Letzten Sommer war ich in Bangkok mit der Familie. Mein Mann lief nach unserem gemeinsamen Urlaub dann geschäftlich jeden Tag an einem Ort durch, an dem es eine Woche nach seiner Abreise ebenfalls eine Explosion gab. Zum ersten Mal wäre das dort passiert. Trotzdem möchte ich wieder nach Thailand, weil ich da noch viel mehr sehen möchte. Es gibt sicher Länder, die ich nicht bereisen würde, weil es einfach generell gefährlich ist. Die Türkei oder Thailand gehören aber definitiv nicht dazu. Für diese Länder sind Touristen wichtig – ohne Touristen gibt es keine Arbeit. Und ohne Arbeit… ihr wisst schon. Das dürfen wir einfach nicht zulassen (abgesehen davon dürfte man auch nicht nach Berlin oder in die USA reisen, wenn man schon vorsichtig sein möchte. Aber sich zu Hause einschliessen ist ja auch kein Leben!).

Hierzu habe ich einen interessanten Artikel über Kairo und die Türkei gefunden. Habt ihr gewusst, dass sich Kairo vor dem zweiten Weltkrieg an Paris orientiert hat und die Religion zweitrangig war? Leider hat diese Stadt den Zuzug vieler Millionen Menschen aus dem Land in die Stadt nicht „verkraftet“. Viele haben keine Arbeit gefunden. Die Stadt wurde nicht urban, sondern verfiel in uralte Traditionen, welche auf dem Land praktiziert wurden. Ganz im Gegensatz zur Türkei, die einen Wirtschaftsboom erlebt hat und die Landmenschen – auch dank guter Verdienste – zu Städtern wurden.

Dieser Schlusssatz war mir jetzt doch wichtig.

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Vielen Dank an Türkei Tourismus für die Einladung. Es kann sein, dass wir uns bald schon wiedersehen 🙂
Eure
Justi