Eines vorweg: Sport ist nicht so mein Ding. Wenn man aber auf die 50 zugeht, „normal“ isst und ansonsten halt eher im Büro sitzt, dann kommt vermutlich irgendwann einmal der Punkt, an dem man merkt, dass die zugeführten Kalorien mehr ansetzen als in früheren Jahren. Dazu kam dann bei mir noch die Empfehlung der Chiropraktikerin, dass etwas mehr Bewegung zur Stärkung des Rückens nicht verkehrt wäre.

Was also tun? Fitness-Studio? Eher nein. Ich kenne mich gut genug, dass das nicht auf Dauer funktionieren würde. Joggen? Danke, aber nein danke. Schwimmen? Denkbar, aber halt doch auch von den Öffnungszeiten abhängig und irgendwie aufwändig. Velo fahren? Hm, schon, aber wenn man irgendwie in allen Himmelsrichtungen irgendwelche Steigungen hat, dann ist man als Untrainierter schon nach wenigen Minuten so platt, dass man nicht mehr mag. Ich würde vermuten, dass ich deshalb mit meinem alten Velo in den letzten Jahren so 40-50 Km unterwegs war (pro Jahr…).

Eine der ersten Fahrten 2016: Kaffeepause bei Fleischli im Rümlang

Aber eben: Da gibt es ja noch E-Bikes. Und so kam es, dass ein guter Vorsatz für 2016 in die Tat umgesetzt wurde und ich an einem Frühlingstag im Jahr 2016 einen Termin für eine Probefahrt bei m-way im Glattpark ausgemacht habe (hier ein Lob an die Beratung im Shop – die war ausgezeichnet). Angefangen mit drei Modellen der 25 km/h-Klasse habe ich dort dann auch zwei S-Pedelcs getestet (die bis zu 45 km/h unterstützen). Nach einer kurzen Bedenkzeit war klar, dass es ein „schnelles“ E-Bike werden sollte. Wenn schon, denn schon… Gesagt, bestellt – und nach einer kurzen Lieferzeit konnte ich meinen Flyer TS 7.70 abholen. Nebenbei: Aufgrund einer alt-gegen-neu-Aktion konnte ich mein altes Velo in Zahlung geben (das aufbereitet wohl seinen Weg nach Afrika angetreten hat).

Wie das bei guten Vorsätzen so ist, meine Frau war gespannt, ob ich das durchziehe. Nach nun ca. 14 Monaten kann man wohl eine solide Zwischenbilanz ziehen: In dieser Zeit bin ich mit dem Flyer knapp 2.000 Km gefahren, und mit Ausnahme von Dezember und Januar gab es keinen Monat, in dem ich nicht mindestens eine Tour gemacht habe. Tour heisst in diesem Fall meistens eine Fahrt rund um den Flughafen Zürich, was je nach gewählter Strecke 40 bis 55 Km sind. Dabei versuche ich, dass ich jedes Mal irgendwie ein bisschen anders fahre. Auf diese Weise (und ohne Planung) habe ich ganz nebenbei einige wunderschöne Ecken in der näheren Umgebung entdeckt.

Ruine eines spätrömischen Wachturms (zwischen Eglisau und Flach)

Die Glatt zwischen Bülach und Glattfelden

Rückblickend betrachtet war für mich die Wahl eines S-Pedelecs goldrichtig. Der Motor hat genügend Power – wenn man will, kann man sehr zügig unterwegs sein. Die Reichweite beträgt im gemischten Betrieb (oft nur mit „Eco“-Unterstützung, an leichten Steigungen etwas stärker im „Tour“-Modus und wenn es schnell gehen soll auf „Turbo“) bei mir so ca. 55 bis 60 Km (was natürlich weit entfernt ist von den angegeben Katalogwerten). Wer mehr in ebenem Gebiet unterwegs ist und hauptsächlich Eco nutzt, kommt sicher weiter.

Der Heligrill am neuen Standort beim Flughafen-Zaun

Welche Erfahrungen habe ich sonst gemacht?

  • Es macht Spass. Zügig mit dem E-Bike unterwegs zu sein, kommt mir mehr entgegen als nur „herumzugondeln“.
  • Ich habe mich in diesen 14 Monaten sicher viel mehr bewegt als zuvor. Und s.o.: Es war kein Zwang… Meine Chiropraktikerin meint jedenfalls, dass es meinem Rücken besser geht.
  • Es gab die eine oder andere Situation, die etwas gefährlich war. Insbesondere Autofahrer neigen dazu, die Geschwindigkeit eines E-Bikes zu unterschätzen – trotz Licht und gelber Weste.
  • Die Reichweite ist für meine Fahrbedingungen ok, mehr aber auch nicht. Dazu muss man aber sagen, dass es in unserer Region eigentlich immer irgendwo hoch und runter geht, so dass ich doch immer wieder einmal etwas stärkere Motor-Unterstützung anfordere. Bei weniger Steigungen mag das anders aussehen.
  • Ein E-Bike braucht Pflege und Wartung. Nach 1.500 Km kam die Aufforderung zum Service. Die Kette musste gewechselt werden, ansonsten eine Durchsicht von Bremsen, Reifen etc.

Fazit: Für mich war das eine der besten Anschaffungen der letzten Jahre. Kein Fitness-Abo, das nach zwei Monaten nicht mehr genutzt wird, sondern ein fast ganzjährig nutzbares Fun-Gerät, das nebenbei auch noch dem Körper gut tut.

Fast 2.000 Km nach 14 Monaten